Wortgirlanden

1. Mai - Die Krise dauert...

Die Krise dauert. Jeder hat was anderes dazu zu sagen. Meinungen werden aufgetischt, die man nicht bestellt hat und die nicht wirklich mit Liebe gewürzt sind. Ich will nix mehr hören. Ich nutze die Zeit mal andersherum, sitze mit mir selbst am Tisch. Nirgends ein Zuschauer. Der Theater- Vorhang bleibt zu.

Also dann. Carpe Diem. Grad mit Fleiß.

Ich hole eines meiner Lieblingsbücher aus dem Regal. „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ von Gabriel Garcia Marquez. Passt!

Schon der erste Satz packt mich wieder. „Es war unvermeidbar: Der Geruch von bitteren Mandeln ließ ihn stets an das Schicksal verhinderter Liebe denken.“ 51 Jahre, 9 Monate und 4 Tage wartet Florentino Ariza auf Fermina Daza.

Gedanken von d’r Alb ra oder Wortgirlanden
im Home-Office zusammengesponnen
von Dietlinde Ellsässer

Ich liebe Anfänge. Sie sind wie Türen, durch die ein Licht scheint, dem ich nachgehen kann, wenn ich will. Wohin der Weg führt, ist offen. Im Buch könnte ich, weil ich von Natur aus neugierig bin, auf die letzten Seiten blättern und nachschauen, wie alles ausgeht. Überlegen, ob sich das langwierige Abenteuer lohnt, weil am Ende alles gut wird. Ich will nicht. Will mitgehen und mit den Menschen, die im Roman meine Vertrauten werden, mit- leiden, mit-hoffen und mit-lieben. Ich gehöre dazu. So wie auch jetzt in dieser Krisen-Zeit. Wir gehören zusammen. Wir sind alle eins.

Warten können, wie ein Roman-Held. Mit beharrlicher Liebe zu allem, was kommt, wie`s will. Obwohl alles ist, wie es ist. Nicht aufgeben. Einen Schrecken nach dem anderen verdauen. Durch die Tür gehen. Wenn nötig sogar mit der Maske zum Maskenball. Da drunter können wir weiterlieben. Jede Begegnung, trotz Abstand, feiern. Alle Eitelkeit ablegen. Uns einlassen in den Fluss des Tages. Den Wert des flüchtigen Augenblicks auskosten, bevor wir im Alltagsgeschäft verrosten, das viele jetzt als „Normalität“ bezeichnen, in die sie unbedingt baldigst zurückkehren wollen.

Marquez läßt auf Seite 440 Fermina Daza, der die Eitelkeit ihres Geltungsdrangs bewusst geworden ist, sagen: „Man muss diesen ganzen Krimskrams loswerden, der einem keinen Platz zum Leben lässt.“ Wenn Sie mögen, dann nutzen Sie die Gelegenheit und werfen Sie über Bord, was die Mottenkugeln auch nicht mehr retten können. Ein Happy End will Taten sehen.

P.S. Den Roman „ Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ kann man übrigens ganz einfach online in der Buchhandlung bestellen.

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