Wortgirlanden

12. April - Soviel Zeit...

Soviel Zeit schenkt uns Erden-Bürgern das Corona-Virus. Alles ist aus dem Takt. Wir dürfen takt-voll bleiben und nicht in die Narretei verfallen oder aus lauter ohnmächtiger Wut dumme Dinge tun. Das ist eine günstige Zeit zum Üben. Paul Auster hat einmal gesagt: „Manchmal ist es nicht so entscheidend, wohin man möchte, sondern von wo man weg will.“

Im Stillstand kommen die Dinge ans Licht. Wir können auch unsere haut-eigene Biografie neu betrachten. Wo komm ich her, wo will ich hin? Ich komme vom Acker, der Bauer ist mein Ursprung. Meine Herkunftslinie geht vom Krautland über´s Feld direkt hinein in die ländliche Kinderstube. Die Werte und Regeln des Fleckens haben versucht, mich zu einer bodenständigen Gleichgesinnten heranzuschmirgeln. Ich bin zügig ausgebüxt und habe mit Inbrunst den Eigensinn gepflegt. Von Anfang an sollte alles unter einen schaffigen Hut gebracht werden. Am Kopf schmückte mich stets ein wilder Pferdeschwanz.

Gedanken von d’r Alb ra oder Wortgirlanden
im Home-Office zusammengesponnen
von Dietlinde Ellsässer

Pferde gab es aber in der kleinen Landwirtschaft des Onkels keine.
Es gab Kühe, Schweine, Hühner, Hasen und Katzen. Letztere fraßen kein Heu, haben aber gerade da, ohne Hebammen-Hilfe, ihre vielen Jungen hineingeboren.
Das Heu war was wert. Es war eine arge Kugelfuhr, bis es endlich in der Scheune auf dem Heuboden droben war.

Heute verschnauft sich das Heu eingeschweißt in Plastik, in weißen oder grünen Rugel-Ballen auf der abgemähten Wiese. Für´s Auge sieht’s so aus, als sei das eine vom Himmel herabgeschneite New-Age-Kunst.
Eine Kunst ist es, dich heutzumtag als Bauer über Wasser zu halten.

Denn Stroh zu Gold spinnen bleibt ein Märchen. Ich spinne meine Gedanken -Netze und vernetze mich mit dem, was hinter der Denke ist. Hinter der Denke, scheint mir, ist für uns alle das wahre Helle. Die emotionale Intelligenz ist jetzt gefragt. Wie geh ich um mit dem Ungewissen, mit all den Fragen, auf die es erst mal keine Antwort gibt. Ich geh hier auf der Alb langsam und bedächtig, ohne Eile den ausgeschilderten Grenzgänger-Weg.

Und guck, da find ich doch glatt eine Vogelfeder direkt vor meinen Füßen. Ja dann guten Flug, hinterm Horizont geht’s weiter.

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