Wortgirlanden

15. August - Immer noch geht es um einen "Ausnahmezustand"

Immer noch geht es um einen „Ausnahmezustand“ und eine „neue Normalität“. Zwischen Quarantäne und Hygiene-Demos geht es im Zickzack- Modus durch die Coronischen Zeiten. Ich fremdle immer noch mit diesen Corona-Maßnahmen.

Der Mundschutz verkleidet die Leute. Jeder ist vermummt. Es gibt Tigerfell-Muster passend zum Sommer-Outfit. Es gibt schwarze, weiße, allerlei verrückte Teile und diese bläulichen Weg-Werf-Masken. Die sieht man jetzt oft in Hecken baumeln oder aus Abfallkübeln heraus leuchten. Maskenpflicht als kollektives Vernunft-Programm.

In der Schlange stehen vor dem Laden mit schweigenden Halbgesichtern ist trotzdem sehr seltsam. Wenn das alles eine zweite Welle verhindert, dann freue ich mich. Von Kurt Tucholsky stammt der Satz: „Ein bisschen Zärtlichkeit – und alles wäre gut.“ Eine Kultur der Zärtlichkeit, die die Ängste hinter den Ängsten verjagt. Hier und anderswo. Trotz Mundschutz eine freudige Umarmung im Augen-Blick verschenken. Ein solidarisches Miteinander. Das wäre schon ein wundervoller Wandel.

Gedanken von d’r Alb ra oder Wortgirlanden
im Home-Office zusammengesponnen
von Dietlinde Ellsässer

Ich lese gerade das gradlinige Hildegard von Bingen Buch von Annette Heizmann aus Hirrlingen. Eine feine, zarte Weg- Beschreibung durchs natürliche Sein. Ein Zurück-Kehren zum Atem holen, zur Grün-Kraft der Natur. Just in diesem Moment hüpft ein grasrünes Heupferd schwungvoll auf den Laptop- Bildschirm. Verwegen, mit Sprungkraft und Liebreiz. Ich lächle, komme ins langanhaltende Schmunzeln und sage Danke. Danke für die kleine Begegnung, die mir eine süße angenehme Zärtlichkeit schenkt für das kleine, anmutige Geschöpf.

Willkommen Natur. Willkommen „Kuss der Liebe Gottes“. Willkommen „ Liebe: Erst empfangen, dann geben.“ Hildegard von Bingen ist 81 Jahre alt geworden in einer Zeit, in der die durchschnittliche Lebenserwartung dreißig bis vierzig Jahre betrug. Sie gilt auch als „Kirchenlehrerin“. Darum wäre es für mich sinnvoll, wenn das Kirchenschiff jetzt Kurs auf kleine, zarte Wunder nehmen würde. Neu navigieren in dieser umbrüchigen Zeit. Das Gartenzaun-Gespräch als qualitativ gute Form der Seelsorge, frisch kreiert. Ein Handeln, das in aller Zärtlichkeit nah bei den Menschen ist, federleichte Visionen spinnt und, durchgeschüttelt vom Virus, heilsame Herzens-Wege durchs Meer der Unsicherheiten anbietet.

„Der Hildegard Code. Neun Heilsame Wege“ von Annette Heizmann. Wenn Sie mögen, im Buchladen wartet das Buch auf Sie.

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