Wortgirlanden

25. Mai 2020 – Die Tage fliegen dahin

Die Tage fliegen dahin. Der Maienmonat hat schon den Zenit überschritten. Wie schade, dass ich dieses Jahr in keiner Mai-Andacht Marienlieder singen konnte. Meine Welt ist das Leben: Mal so, mal so. Immer ein Geschenk. Auch jetzt im viralen Stillstand. Die Welt draußen, sie bleibt. Sie ist mir wie eine in sich ruhende Mutter, die sich dem natürlichen Lauf von Werden und Vergehen hingibt. Wir sind in einer Krise.

Wir haben Zeit, zu leben. Immer. Trotzdem machen sich bei vielen Menschen Angst und Ohnmacht, Wut und Verunsicherung, Verzweiflung und Ratlosigkeit breit. Die Verunsicherung sucht den Faden der Hoffnung. Ja, es ist gewiss nicht Sinn des Lebens, auf dem Sofa zu sitzen und Trübsal zu blasen.

Gedanken von d’r Alb ra oder Wortgirlanden
im Home-Office zusammengesponnen
von Dietlinde Ellsässer

Abwarten, dass einem das Glück postalisch, oder wie auch immer, vor die Füße gelegt wird, bringt keinen Schwung in die Tage. Das „Neue“, in dem auch die berühmte Veränderung steckt, das hat viele schnell überdrüssig gemacht, sie wollen zurück ins Alte. Eigeninitiative und kreatives Mit-Tun sind gefragt. Geduld. Ein-Atmen, Aus-Atmen: Streicheleinheiten für die Seele.

Viele sehnen sich mehr denn je nach Körperkontakt, Zuneigung und Nähe. Vielleicht deshalb, weil das „Ich möchte dir nah sein“ wieder wesentlicher geworden ist. Unsere Haut ist mit knapp zwei Quadratmetern unser größtes Sinnesorgan. Von Natur aus wollen wir wahr- und angenommen werden. Egal, wie wir uns zeigen.

Ich lese mit größter Freude ein Buch aus Kinderzeiten. Von Otfried Preußler „Die Abenteuer des starken Wanja“. Diese Geschichte berührt mich wie damals sehr. Ein eigenwilliger Kerl, dieser Wanja. Er war der Erwecker meiner intuitiven Ahnungen. Ein Mut-Macher, dem Eigenen zu vertrauen. Sich was trauen. Sich das zu erlauben, was von innen heraus ins Licht will. Trotz Ablehnung und widerborstigen Reaktionen sich selber und den anderen den eigenen Weg zu-muten. Eine Weile ungeliebt sein, weil man sich unbeliebt macht. Den Weg des Herzens zu gehen kann auch eine Berührung, durchaus eine magische, sein. Wenn sie jetzt in diesen Tagen genügend Raum und Zeit haben, dann gönnen sie sich dieses Büchlein. Es kann auch vorgelesen werden, jemandem, der einem am Herzen liegt.
Das geht auch durchs Telefon. Bleiben sie berührt.

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