Wortgirlanden

8. September - Corona goes on!

Auftritte vor häufleinkleinen Zuschauer-Grüppchen sind möglich. Einige Termine fielen flugs ins Wasser. Sie waren als sommerlauschige Draußen-Events gedacht. Das Wetter hatte Bock auf Drama. Regen in Strömen. Gut für den Wald. Fürs Feld. Für das Theater-Spiel nicht.

Was mach ich? Weiterhin raus aus der Misere. Draußen gibt es viel zu erleben. In der Stadt stehen allerlei ausgemistete Gegenstände vor den Häusern, auf der Straße. Mögliche Mitbringsel für die eigenen vier Wände. Aussortierte Pfannen. Noch pfennig-ganz. Brauche ich Pfannen? Aber die schauen noch so neu drein. Nein, ich brauche keine Pfannen. Oder doch? Das Schwabenherz wird unsicher. Man kann alles brauchen. Ein kleiner Kindheitshonk im Kopf flüstert: „Nimm´s und mach was draus!“

Soll ich? Ich hab doch den Keller voll mit solchen Dingen, die in eine Geschichte verwoben werden könnten. Lass dich inspirieren. Ich komm ins Transpirieren. Die Sonne drängt. Entscheide dich. Jetzt. Ich lass die Pfannen Pfannen sein und gehe wacker weiter. Im Kopf fängt ein Anfang an. Ein Pfannenakt. Ein Kochdrama. Ein heiteres Intermezzo. Die Geschichte beginnt mit einem Koch, der sich in eine Mineralogin verliebt. Sie ziehen zusammen.

Gedanken von d’r Alb ra oder Wortgirlanden
im Home-Office zusammengesponnen
von Dietlinde Ellsässer

Für seine unglaublich köstlichen Kreationen zieht sie sich gerne aus. Er wird ihr überschäumender Liebhaber. Sie hat aber bald genug von ihm. Am Ende geht er woanders kochen, und sie stellt die Pfannen vors Haus. Entfernt den letzten Rest, der sie an ihn erinnert. Sie hat aber nicht gemerkt, dass die Pfannen Gold wert sind.

Ein anderer, also ich, nehme die ausgemusterten Küchenhelfer mit und erlebe mein blaues Wunder. Ich kann plötzlich kochen. Zaubere mit links, aus dem ff, die genussvollsten Speisen auf den Tisch. Ja, ich brauche keine Design-Sachen in der Küche. Keine Design-Kaffeemaschine, keinen Design-Wasserkocher, Stabmixer, Allesschneider oder Design-Toaster. Auch keine Mikrowelle oder einen Thermomix. Mir reichen Pfannen von der Straße. Ich bin eine Pfannengenügsame.

Ich dreh mich schnell um, spaziere zurück zum Anfang, dahin,wo die Geschichte ihren Lauf nahm. Und – Nein – Doch! Die Zauber-Pfannen sind weg. Mist. Dann halt nicht. Dann wünsche ich mir einen Koch. Einen mit Liebe zum Detail, einen, der Gold wert ist. Einen, der mir von den Augen abliest, was mir schmeckt. Die nächste Geschichte braut sich schon zusammen. Corona sei Dank. Ich hab Zeit.

Das Leben ist wie eine Collage, in der man /frau viele schräge Bilder finden kann. Phantasieren Sie ruhig mit, wenn Sie mögen.

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